Dienstag, 31. Januar 2017

29.01.2017 Hilltribe Homestay Tag 2

Jetzt wissen wir, wie sich zwei Räucherforellen fühlen müssen, denn die Nacht in der  Hütte war ganz ähnlich wie in einem Räucherofen - das Feuer glimmte die ganze Nacht so vor sich hin. Wir haben erstaunlich gut geschlafen und sind wohl das erste mal so gegen 6:00 Uhr aufgewacht. Dann noch ein bisschen hin und her gewälzt und dann stand die Dorfälteste auch auf. Ihre erste Tat: Pfeifchen und Feuer anzünden - uns wurde vom Rauch am frühen Morgen direkt leicht übel, denn das sind wir Zivilisationskrüppel echt nicht gewohnt. Also raus aus der Hütte und runter Richtung "Bad", ha ha, das war ein Verschlag aus Wellblech mit einer in den Boden eingelassen Kloschüssel. Nebendran war ein großer Wasserbottich mit einer Schöpfkelle - funktioniert. Dort drinnen gemütlich über dem Klo Zähne geputzt - das war die einzige Möglichkeit und auch das funktioniert, wobei wir keinen außer uns gesehen haben der sich die Zähne geputzt hat. Da es noch sehr frisch war, sind wir ein bisschen durch das Dorf getapert unter anderem um ein bissi Sonne zu erhaschen. Kurz darauf ging es wieder in die "Räucherhütte", denn das Frühstück wurde zubereitet. Jetzt ratet mal was es gab: Tofu und Blumenkohl. Aber wieder anders gemacht. Diesmal alles in Wasser gekocht, Ei und Kräuter rein, dazu eine Art Omelette - wieder lecker, aber eins ist klar, Tofu werden wir erstmal länger meiden.
Der Hammer war der Kaffee. Die pflanzen den auch selber an und nun wurden die Bohnen über dem Feuer geröstet. Danach habe ich sie dann im Mörser zerkleinert und als Filter wurde eine Mullbinde benutzt - war wie ein guter Mokka, echt lecker. Wir haben sogar Bohnen geschenkt bekommen und werden das zu Hause mal ausprobieren.
Was es noch zu erwähnen gibt, außer dem Reis wurde eigentlich nix richtig angebaut. Hier und da wurden ein paar Tabakpflanzen oder Kaffe hochgezogen, aber nie mehr als fünf Pflanzen mitten im Gestrüpp - die machen genau so viel, wie zum überleben nötig ist, aber keinen Deut mehr - dafür haben sie viel Zeit für Familie, abends zusammensitzen etc. Hier hat ein Schwätzchen halten wie bei uns früher noch einen hohen Stellenwert.
Nachdem alles zusammen gepackt war, ging es gegen 9:30 los. Heute standen ein paar weitere Dörfer und ein Wasserfall auf dem Programm. Der einheimische Guide, wohlgemerkt in Flip-Flops, schritt wieder zügig voran, wobei es immer heißer wurde. Heute ging es teilweise richtig steil den Berg hoch und bei der ersten Rast nach ca 1,5 Stunden haben wir weit unten im Tal das Dorf erblickt wo es Lunch geben sollte - na prima dachten wir uns, denn es wurde echt anstrengend. Im ersten Dorf wurde uns gezeigt wie der Reis geschält und verarbeitet wird und im zweiten dann wie der Schnaps gebrannt wird - alter Latz, dagegen sind die Moonshiner Hightech-Anlagen, aber auch das funktioniert, die sind echt der Hammer hier. 
Nach 4,5 Stunden haben wir endlich das letzte Dorf erreicht, fix und alle, es war schon 15:00 und wir hatten nur bissi Melone seit der Frühstückssuppe. Erstmal Schnaps zur Begrüßung und dann wurde wieder in einer Hütte am offenen Feuer gekocht - diese war größer und von daher alles gut. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass Soya und Blumenkohl im Spiel war, diesmal unter gebratene Nudeln gemischt - aber wenn man richtig Hunger hat rutscht Soya auch zum vierten Mal. Die Locals und Mr. O haben sich wieder extra gekocht, diesmal mit dem Hinweis, dass wir das auf keinen Fall probieren sollten - u.a. Chili Salat, Zitrone in Scheiben pur mit Schale, und andere fiese Sachen. Als selbst Mr. O bissi zu viel erwischt hat und dabei in Atemnot geriet war uns klar was er meinte. Inzwischen hatten wir fast kein Trinkwasser mehr und das der Locals aus dem Bach hätte uns wohl flach gelegt, denn es hatte lange nicht geregnet und klar war das nicht gerade. Da es immer später wurde und der Wasserfall wohl kaum viel Wasser haben konnte, sind wir dann doch direkt vom letzten Dorf mit dem Jeep gen Stausee aufgebrochen. Die Rückfahrt war noch länger und ärger als die Hinfahrt, da es nun fast nur bergab ging und wir hinten auf der Pritsche. Gegen 17:00 am Stausee, wieder nix klar, Palawer, warten und dann rüber. Von dort dann zwei Stunden mit dem Auto zurück nach Chiang Mai - meine Fresse waren wir kaputt und gestunken haben wir wie die Otter. In der Agentur erstmal ein eiskaltes Bier - herrlich. Ganz vergessen zu erwähnen hatte ich die Tatsache, dass wir am Freitag ein cooles Hotel (Wealth Hotel, echt zu empfehlen - die haben sogar ne richtige Kaffeemaschine) schräg gegenüber der Agentur gebucht hatten - das war klasse, schnell unser Gepäck bekommen, unseren offensichtlich obligatorischen Dankesgruss an die wand geschrieben, herzlichst verabschiedet und in einer halben Minute waren wir dort. Endlich eine heiße Dusche und das Hotel war nagelneu und modern, was ein Kontrast. Da wir noch auf den berühmten Sunday Night Market wollten direkt wieder los - zum Glück war der in fünf Minuten erreicht. Eine große Hauptstraße komplett gesperrt und alles voll mit Ständen. Hier gab es dann wirklich ganz andere Sachen zu kaufen als sonst. Tolles Kunsthandwerk und andere Klamotten. Tina hat in dem echt extremen Gedränge schnell ein paar Sachen gefunden, während ich langsam einbrach. Nach ner kleinen Stärkung ging's dann wieder und so waren wir bis zum Abbau um 23:00 auf dem Markt - ich konnte mich aber in dem Zustand für nix entscheiden. Nun aber schnell ins Hotel und nach einem Absacker schnell in die Falle, denn morgen sollte es ja nach Koh Samui gehen.
Für uns war die Tour ein unglaubliches Abenteuer und wir freuen uns wie Bolle über diese Erfahrung - erwartet haben wir das so nicht, vergessen werden wir es nie und so haben wir noch lange was zu erzählen.

2 Kommentare:

  1. Was für ein Abenteuer :))))
    Vielleicht ist noch was von dem cofi übrig, wenn ihr wieder hier seid ;)
    Chilli-Gemüse :) na Mahlzeit ... hihihi

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    1. Die Kaffeebohnen bringe ich Aufjedenfall mit! Können wir dann gerne beim nächsten Treffen mal zusammen rösten und stampfen…

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