So, heute sollte es also in die Berge und zu dem dort heimischen Völkchen gehen - also um sechs raus, alles zusammen gepackt, schnelles Frühstück und um 7:30 stand unser Guide Mr. O vor uns. Ein normal kleiner Thai mit kleinem Bäuchlein und fettem Grinsen im Gesicht lud uns herzlichst in einen dicken Pick-Up und dann erstmal zur Agentur. Dort war auch wieder Dang der klasse Hund, den wir vom Vorabend kannten und sich schon tierisch auf die Tour zu freuen schien. Wertsachen und Gepäck verstaut, Rucksäcke mit all dem vorgegebenem Kram gepackt (ganz schön schwer) und ab ging es gen Süden. Nach ca. einer Stunde auf einem Markt gehalten, wo wir die einzigen Farangs weit und breit waren und Mr. O den Proviant eingekauft hat. Halbe Stunde später im Heimatdorf seiner Frau bei seinen Kumpels angehalten, die gerade unter einer großen Plane lustig Billiard spielten. Da es dort keinerlei Industrie oder Fabriken gibt, pflanzen die Jungs Lychees an und seit einer zufällig rausgefunden hat, dass um den Baum herum ausgeschüttetes Schießpulver (ich will über den Zufall gar nicht länger nachdenken bei diesen offensichtlichen Freunden des Whiskeys - Mr. O hatte drei Flaschen auf dem Markt gekauft - O O) eine viermalige Ernte anstatt bisher nur einmaliger ermöglicht, geht es denen dank der Chinesen, die die komplette Ernte für ihren Wein abkaufen, ganz gut.
Danach zu seiner Schwiegermutter, wo auch seine 14 jährige Tochter lebt. Holzhaus auf Stelzen und wir direkt ab in die typische Thai Küche mit offenem Feuer und Gas nebeneinander gemeinsam mit allen unseren Lunch zubereitet. Dabei fett verstochen worden, aber das anschließende gemeinsame Essen hat uns entschädigt: Klebreis mit den Händen formen und durch die große Schüssel in der Mitte ziehen - war echt lecker und zum Glück habe ich vorab auf nicht scharf hingewiesen- das Vergnügen vom letzten Jahr war mir noch in "guter" Erinnerung. Plötzlich Hektik bei Mr. O am Telefon: sein Chef hat sich im Dschungel verlaufen mit einem Touri im Schlepptau, hatte nur von einer Stelle Empfang und nun wurde über fünf Ecken versucht die dort wieder rauszuholen. Das Ganze hat fast zwei Stunden gedauert und wir haben uns die Zeit mit allen möglichen Tieren vertrieben, die da so rummstreunerten: Hund, Gans, Igel, Hühner etc
Nachdem alles irgendwie oder auch nicht geregelt war, ging es nochmal ne halbe Stunde zu einem der größten Stauseen überhaupt, über den uns ein ca 10jähriger. in einem Longtailboot mit fettem Außenbordmotor geschifft hat. Alles schien mehr oder weniger zufällig und völlig ungeplant zu geschehen, denn alles war mit langem Palawer mit den Locals und Warterei verbunden. Auf der anderen Seite angelangt ging es auf der Pritsche eines Jeeps 40 Minuten dermaßen steil und ruckelig die Berge hoch, dass wir mehrmals überrascht waren, dass man da mit einem Auto überhaupt hochfahren kann - als wir dann unterwegs auf dem Schotterweg Jungs auf kleinen Mopeds gesehen haben, sind wir fast vom Glauben abgefallen.
Oben auf ca 900 Meter mit einem Einheimischen Guide getroffen, als auf einmal der Chef von Mr. O den Weg lang kam - keine Ahnung wo der Touri abgeblieben ist. Zügigen Schrittes ging es meist steil bergauf mitten durch den Dschungel auf einem schmalen Pfad. Dabei wurden uns Pflanzen und Tiere gezeigt die wir nicht entdeckt hätten oder noch nie gesehen haben. Auch haben wir erfahren, dass wir das Volk der Karen besuchen werden, ein Bergvolk das so weit abseits lebt, dass ihnen damals beim Bau des Staudamms keiner Bescheid gegeben hat - die haben ganz schön gestaunt, als sie das erste mal in die nächste Stadt zum Arzt wollten und anstatt eines Flusses einen riesigen Stausee überwinden mussten.
Die sind aber recht clever und bis auf Öl zum kochen und Benzin für ein paar Jeeps fast autark: Tabak und Kaffee sowie Gemüse wird selbst angebaut, der Wald gibt den Rest: echt zu arg wie die das noch drauf haben. Sie roden z.B. Immer nur ein kleines Stück Wald, bauen einmal Reis an und dann lassen sie wieder sieben Jahre alles wachsen und natürlich brennen sie eigenen Reisschnaps.
Nach ca drei Stunden haben wir das erste Dorf - na ja eher eine kleine Ansammlung von Holzhütten - erreicht, wo es erstmal so ein besagtes Schnäppschen gab - gar nicht übel da recht mild im Abgang. Da es die Tour erst seit einem Jahr gibt haben die noch nicht viele Touris wie uns gesehen aber gestrahlt wie Honigkuchenpferde. Total süß die Leute und herzlich. Mit eigener Sprache und offensichtlich zufriedenem Leben weben sie ihre bunten Stoffe und haben alles, aber keine Hektik- irgendwie beneidenswert.
Ruckizucki hatte mir einer eine Pfeife aus einem Blatt gedreht und ich habe deren Tabak probiert - hat stark an Rothändle in extrakräftig erinnert. Danach ging's ne halbe Stunde ins nächste Dorf - es wurde langsam dunkel und echt frisch. Zwischendurch haben wir noch erfahren wie die überhaupt an das bisschen Geld kommen das sie brauchen: jede Familie hat mindestens eine Kuh, doch die wird nicht geschlachtet, sondern wenn sie groß ist, an die Städter verkauft. Das coole ist, dass die praktisch keine große Arbeit machen, da sie den ganzen Tag frei im Dschungel rumlaufen mit einer Glocke um den Hals. Es hat sich teilweise angehört wie in den Schweizer Alpen. Abends kommen die dann wieder ins Dorf und stehen im Verschlag.
Unser Guide Mister O hat uns dann zur Hütte der Dorfältesten geführt, deren Mann vor zwei Jahren verstorben ist. Dort wollte er uns einfach rein schicken und meinte wir sollen uns mit Händen und Füßen mit ihr unterhalten. Wir konnten ihn davon überzeugen, dass es doch besser sei, wenn er mit uns rein käme. Er lachte und es war wohl wieder einer seiner typisch thailändisch Späße.
Die Hütte stand auf Stelzen und war komplett aus Holz. Nicht besonders groß, keine Fenster und in der Mitte eine offene Feuerstelle. Die wurde gerade angefeuert als wir kamen. Nach wenigen Sekunden fühlten wir uns wie in einer Räucherhöhle und wir und ein paar andere aus dem Dorf machten sich auf dem Boden bequem. Jetzt haben die Männer gemeinsam alles geschnibbelt was wir vorher auf dem Markt gekauft haben und es wurde abenteuerlich auf dem offenen Feuer gebrutzelt. Alles mit dem selben Messer, mit dem vorher im Dschungel alles mögliche umgehackt wurde und alles inkl dem Fisch vom Stausee auf einem Hozblock - alles was nebendrann ging, wurde durch die dünnen Ritzen zwischen den Bodenbrettern gedrückt und fertig. Alles sehr spannend. Ach ja, wir haben mittags Soya mit Tomaten und Kohl selbst gekocht und nun gab es Soya mit Blumenkohl und Ei😄. Das Ergebnis war wirklich lecker und so saßen wir noch eine Weile mit allen zusammen während die einheimischen ihren Tabak aus Bananenblättern rauchten und dabei die drei mitgebrachten Flaschen Whisky tranken. Da es kein Bier gab haben wir den bald mit Wasser verdünnten Whisky und Reisschnaps mitgetrunken, uns dann aber doch nicht voll mitreißen lassen - am nächsten Tag sollte es ja weiter gehen. Unser Guide hat ständig übersetzt, doch je mehr Whisky er intus hatte desto schwieriger wurde die ganze Sache, war aber alles sehr lustig. Und wie schon erwähnt alle sehr sehr nett und freundlich. So circa gegen 21:30 Uhr sind dann alle aufgebrochen und uns wurde ein Nachtlager in der Ecke der Hütte bereitet. Dieses bestand aus zwei Decken auf dem Holzboden zwei dünnen Luftisomatten. Zum Glück hatten die noch eine extra Decke zu unserem sehr dünnen mitgebrachten Schlafsack, denn es wurde echt frisch.
Ein großes Moskitonetz über alles und fertig war der Lack. So sind wir gegen 22:00 Uhr in die Falle gekrochen und dann doch ganz gut eingeschlafen. Es war ein wirklich anstrengender und erlebnisreicher Tag.

















Das war ja eher eine Abenteuer Tour als eine Trekkking Tour.😅👍🏼
AntwortenLöschenAber die angepriesenen Sandalen hab ich gar nicht gesehen. Das würde mich jetzt schon mal interessieren nach eurer begeisterten Beschreibung�
Liebe Lisa,
LöschenDie grandiosen Sandalen habe ich gerade in den Block gesetzt. Kannst du dir mit noch ein paar anderen Fotos nun anschauen.